Jusos entsetzt über die neue Qualität des Rechtsextremismus im Kreis

Die Jusos im Rhein-Erft-Kreis sind zutiefst geschockt über die neuesten Entwicklungen der rechten Szene im Rhein-Erft-Kreis. „Waren es bislang meist einzelne Aktionen, etwa das Einwerfen von Schaufenstern, so ist mit dem gezielten Beschmieren ausgesuchter Einrichtungen mit rechtsradikalen Symbolen eine neue Qualität aufgekommen.“ sagt Martin Krupp, Sprecher der Jusos Erftstadt. In der Stadt wurden neben öffentlichen Einrichtungen auch die Geschäftsstelle der Rhein-Erft-SPD und das Bürgerbüro der SPD Erftstadt mit nationalsozialistischen Plakaten besudelt. Auch in Wesseling wurden am vergangenen Wochenende rechtsextremistische Symbole an die Kirchentür von St. Germanus sowie im Bereich des Rheinufers gesprüht. „Wir müssen zeigen, dass wir entschieden gegen jede Form des Rechtsextremismus sind“, fordert Florian Papenfuß, Vorsitzender der Jusos in der Rheinstadt. Nicht nur die Menschen müssten entschiedener gegen die rechte Gewalt vorgehen, auch die Polizei in den Städten des Kreises muss präsenter auftreten, fordern die beiden Jusos.

Gemeinsam mit dem Juso-Vorsitzenden im Kreis, Leon Berg, fordern sie Landrat Stump auf, entschieden gegen diese Entwicklungen vorzugehen und sie im besten Fall ganz zu stoppen. Neben einer verstärkten Präsenz der Polizei muss auch mehr Informationsarbeit geleistet werden. „Eins, zwei Polizeistreifen mehr reichen da nicht. Die Gefahr, dass die rechte Szene im Kreis durch solche Aktionen stärker wird und nicht mehr nur im Untergrund agiert, wird zunehmend bedrohlicher und ernster“, so Berg. Papenfuß ergänzt, dass den Bürgern dieses Kreises deutlich gemacht werden muss, dass solch ein Fremdenhass in keinster Weise geduldet werden darf. Und dass sie ihre Ablehnung auch kundtun sollten, damit die rechte Gewalt nicht die Oberhand gewinnt. „Wir Jusos waren schon immer Verfechter für eine multikulturelle Gesellschaft ohne Fremdenhass und werden auch im nächsten Jahr gegen jede Form der Diskriminierung eintreten“, so Krupp. Auch wenn Adressen von SPD-Gruppierungen des Kreises auf den CDs des NSU gefunden worden, so lassen sich die Jusos auch durch die neuen Anschläge nicht einschüchtern.